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Donnerstag, 22.07.2010, 18:33

Liebe Melissa,

wenn ich mich in und um Phnom Penh umsehe, dann kann ich an den Häusern ein Stück Geschichte Kambodschas nachempfinden.

Wenige Kilometer von der Stadt entfernt, sieht man noch die Ursprünge, wie sie wohl auch schon vor mehr als tausend Jahren waren...


...Hütten aus Palmblättern geflochten, wegen der Schlangen und des oft flutartigen Regens auf Stelzen.

Von jeher gab es wahrscheinlich auch schwimmende Behausungen, weil es kühler ist und man keinen Grundbesitz braucht...


Holzhäuser sieht man in den verschiedensten Formen, sowohl für die Ärmeren...


...wie auch für die sichtlich Reicheren.

Aus Stein wurden vor etwa 800 Jahren zunächst nur Tempelanlagen gebaut. Lange Zeit standen sie verlassen und vergessen im Dschungel...


...heute sind ihre Überreste eine Touristenattraktion.

Im vorletzten Jahrhundert kamen dann die Franzosen und hinterliessen ihre Spuren...


...als Kolonialmacht.

Doch seit der Unabhängigkeit im Jahr 1953 gestalten die Kambodschaner ihr Stadtbild wieder selbst. Der Einfluss der modernen Architektur aus dieser Zeit...


...ist allerdings auch schon am Verfallen.

Das heutige Strassenbild ist meist eine bunte Mischung...


...der verschiedensten Stilrichtungen.

Und selbst, wenn das derzeit höchste Gebäude des Landes jetzt noch isoliert steht...


...bald wird auch Phnom Penh seine Skyline haben.

Der Tonle Sap aber, der durch die Stadt fliesst...


...wird auch sie mit gleicher Gelassenheit sehen, wie alle anderen Entwicklungen davor.

P.S. Melissa und mich verbindet eine Liebe zur Architektur. Wir wollten einmal sehen, wie sich der Lauf der Zeit an den Häusern und Gebäuden einer Stadt ablesen lässt. Wenn du wissen möchtest, wie das in Wien aussieht, dann musst Du in Melissa's Blog gehen.


Sonntag, 13.06.2010, 08:13

Dieser Eintrag ist speziell für all die Bloggerinnen, die mir letztens zum ein-jährigen Jubiläum so nette Kommentare geschrieben haben. Als Dank möchte ich euch heute zu einem nächtlichen Bummel über die Orchard Road einladen...


...Singapur's mondäne Einkaufsmeile...


...und eine der elegantesten und teuersten Strassen dieser Welt.


Auf ihr gibt es neben klar strukturierten Läden...


...auch solche, wo man sich eher durchwühlen muss...


...aber nicht alles, was man sieht, muss man ja auch kaufen oder selber tragen.


Es empfiehlt sich, kurz zu überlegen, was man eigentlich will, bevor man die Suche beginnt...


...nach einer Handtasche etwa, ohne die sich eine Frau ja fast nackt vorkommt...


...während das männliche Interesse daran leicht ablenkbar ist.


Und kommt es zu wirklich teuren Sachen, dann halten sich Männer gerne im Hintergrund oder geben vor, mit dringenden Angelegenheiten beschäftigt zu sein.


Was nicht immer stimmen muss, vielleicht denken sie einfach nur an etwas anderes...


...was sie allerdings auch missverstehen könnten.


Aber Erotik ist natürlich überall präsent in der Werbung. Mal expliziter...


...mal mehr mit der romantischen Sehnsucht nach der Ferne.


Frauen träumen manchmal von Schmetterlingen im Bauch...


...von geheimnisvollen Männern...


...oder irgendwie unkonventionellen Typen.


Bei Männern mögen sich die Wunschvorstellungen...


...um mystische Schönheiten drehen...


...oder um intellektuelle...


...das Weibliche jedenfalls, zieht sie hinan.


Und es kann es sogar passieren, dass die Werbung selbst zu träumen beginnt.


Während wir noch die letzten Trends in uns aufnehmen...


...warten die ersten schon auf den Bus zur Heimfahrt...


...oder steigen in die Subway hinab.


Und falls ihr jetzt völlig erschöpft seid, rufe ich ein Taxi...


...das uns dahin bringt, wo wir noch was essen und trinken können, um uns fit zu machen...


...bevor wir dann ins Nachtleben einsteigen!


Donnerstag, 03.06.2010, 11:24

Es begann damit, dass eine Freundin, die damals im Blog schrieb, mir den Link zu ihren Beiträgen sandte. Ich las sie und wollte, so wie andere auch, einen Kommentar dazu abgeben. Was allerdings nur möglich ist, wenn man ein österreichisches Handy besitzt. Ich schrieb zurück, ich sei zwangsläufig sprachlos, da ich leider nur mit einem kambodschanischen Mobile dienen könne. (Handys gibt’s eh‘ nur im deutschen Sprachgebrauch).


Kurz und gut, um in der Grammatik einer Prominenten zu sprechen, ich wurde von der Redaktion geholfen, bekam ein Passwort und die Tür zu mywoman öffnete sich mir weit. Nett wäre es, fügte man bei der Übersendung des Passworts hinzu, wenn ich auch hin und wieder mal einen Beitrag schreiben würde.


Es dauerte einige Zeit, bis ich dieser Aufforderung nach kam…was hätte ich in einem Forum, in dem fast ausschliesslich Frauen schrieben, zu sagen? Mein erster schüchterner Versuch war es daher, ein Foto mit Rosen vom Flower Market in Bangkok reinzustellen und einfach “Guten Tag” zu sagen.


Männer hätten wahrscheinlich gefragt, was für ein Idiot das denn ist, der da nichts Vernünftiges von sich geben kann.
Frauen sind bekanntermassen einfühlsamer – wofür ich sie liebe! Ich bekam eine Menge freundlicher “Welcome’s” als Kommentar. Mit dem Effekt, dass ich mich nicht nur nett aufgenommen fühlte, sondern auch neugierig wurde. Wer waren all diese Frauen, die hier schrieben? Was veranlasste sie, dies zu tun? Ich las mich durch einzelne Blogs.


Das Ergebnis war simpel, aber eindrucksvoll: hier schrieben Frauen jeden Alters, berufstätige oder in der Familie eingebundene, sie waren verheiratet, liiert, getrennt oder single. Es gab Beiträge, die den Alltag widerspiegelten, die politisch motiviert waren, die Krankheiten oder Nöte zum Inhalt hatten oder einfach Geschichten erzählten. Es war ein Querschnitt von Frauen, wie sie heute (überwiegend) in Österreich leben.
Ein ziemlicher Gegensatz zu meiner Existenz als ein männlicher Single in Kambodscha. Aber…Gegensätze ziehen sich an.


Zuerst musste ich allerdings die Single-Börse überleben. Lauter aufgestylte junge Burschen brachen plötzlich in das Damenkränzchen ein. Oder wurden vielleicht auch sorgfältig ausgesucht und als Gladiatoren in die Arena geschickt. Nicht nur die Gnade meiner frühen Geburt erstickte schon im Keim jeglichen Gedanken daran, ich könne etwas damit zu tun haben, geschweige denn, in einen Konkurrenzkampf eintreten: ich bin seit 10 Jahren (wieder) Single, ich weiss, warum ich Single bin, und ich will es auch bleiben. Gute Freundschaften keineswegs ausgeschlossen.


Als die jungen Männer wieder weg waren, blieb ich irgendwie als Hahn im Korb zurück. Was nichts anderes besagt, als dass ich im Laufe des Jahres mehr oder weniger der einzige Mann war, der regelmässig hier schrieb. Warum ich dies tat? Der Gründe gibt es mehrere.

Motivation eins: als leidenschaftlicher Fotograf fragte ich mich schon seit langem, was ich Sinnvolles mit meinen zahlreichen Aufnahmen anstellen könne. Sie landeten immer nur in irgendwelchen Dateien auf meinem PC, hin und wieder mal benutzte ich eine Auswahl davon als Bildschirmschoner. Hier kombinierte ich Wort mit Bild und stellte es in meinen Blog...und siehe da, es gab ermunternden Zuspruch.


Wobei wir bei Motivation zwei gelandet wären: die Eitelkeit! Ich sage es offen heraus: es tut meinem Ego, und ich weiss nicht was noch allem in meiner Psyche, einfach gut, von Frauen etwas Nettes gesagt zu kriegen. Ich möchte mich dafür bei allen, die dies im vergangenen Jahr getan haben, an dieser Stelle ganz herzlich bedanken! Oft habe ich morgens zuhause, vor den Pflichten des Tages, ein paar nette Kommentare gelesen und bin dann gut gelaunt und beschwingt ins Büro gegangen. Völlig undenkbar, dass ein „Männer“-Blog soetwas je zustande bringen könnte!


Und damit bin ich bei Motivation drei: ich habe in diesem Jahr sehr viel von und über Frauen gelernt. Wenn ich es auf den Punkt bringen sollte, dann scheint mir der weibliche Umgangsstil kommunikativer, einfühlsamer und wenn es mal kracht, was auch vorkam, dann auch emotionaler zu sein, als es der Austausch unter Männern ist.


Virtuelle Blog Parties und Geblödel waren ebenso selbstverständlich, wie wirkliche Lebenshilfe. Was mir besonders auffiel: wenn es um Probleme geht, dann sprechen Frauen zunächst eher über ihre Gefühle und Erfahrungen und leiten dann zu Ratschlägen über. Das hat viel weniger Belehrendes als bei Männern, die oftmals Lösungen ohne jeden Selbstzweifel oder Eigenbezug darstellen, als wären es Gesetzmässigkeiten.

Und Frauen begegnen sich viel lockerer als Männer: sie umarmen, küssen und drücken sich mit völliger Unbefangenheit. Sie geben sich Kosenamen und schatzerln sich...niemand käme dabei je auf „falsche“ Gedanken! Bei Männern ginge es nicht einmal in eindeutig gleichgeschlechtlich ausgerichteten Foren so zwanglos zu.


Und hin und wieder springt auch für mich mal ein Busserl ab...wogegen ich natürlich gar nichts habe. Ich nehme es freudig an, so unbefangen wie auch alle anderen die Liebkosungen nehmen, die durch den virtuellen Raum von mywoman schwirren. Nur mit dem Zurück-Busseln...da bin ich zugegebenermassen etwas gehemmter: küsst man(n) in einem Frauen-Blog eine, wird dies registriert, küsst er mehrere oder gar alle...wird er wohl entweder zum fragwürdigen Anmacher oder zum Muster ohne Wert.


Ich werde mich diesbezüglich deshalb auch weiterhin zurück halten, denn ich bin gerne und möglichst unkompliziert zu Gast in diesem Blog. Aber eines darf ich nach einem Jahr sicherlich äussern, ohne missverstanden zu werden: ihr seid alle wunderbare Frauen, jede auf ihre eigene ganz spezielle Art...und ich mag euch alle sehr! Ich bedanke mich, dass ich hier - vermutlich auch weiterhin in Ermangelung dauerhafter männlicher Konkurrenz - der Hahn im Korb sein darf!


Ganz herzliche Grüsse aus Phnom Penh!