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Samstag, 20.02.2010, 16:15

... so schrieb sie mir vor einigen Wochen, wolle sie nicht gerne in China beginnen, das sei ihr zu anstrengend und zu laut und ob es in Kambodscha auch so schlimm sei?

Sie, das ist meine nächste MyWoman Blog-Nachbarin, Wei Na. Die geografisch nächste...und es sind fast 5 Flugstunden zwischen Phnom Penh und Shanghai.

Warum Wei Na gerade am chinesischen Neujahrsfest ihrer derzeitigen Heimatstadt den Rücken kehren wollte, wird sie sicher selbst in ihrem Blog "Von der Donau zum Huangpu" erläutern, wo ihr es nachlesen könnt!

Wahrheitsgemäss hatte ich ihr geantwortet, der Trubel hielte sich hier in Grenzen. Alleine schon deshalb, weil die meisten kambodschanischen Chinesen zu diesem Anlass ihre Verwandten in China besuchten.

Sie buchte mit ihrem Freund eine Pauschaltour Kambodscha, und weil sie auch zwei Abende in Phnom Penh sein würden, vereinbarten wir ein gemeinsames Abendessen. Gleichzeitig das erste BloggerInnen-Treffen der Asienfraktion von MyWoman. Schade, dass die dritte im Bunde, Elefin, nicht dabei war, mit ihr wären wir, soweit ich weiss, vollständig gewesen.

Die Lobby des Sunway Hotels war mit einer Reisegruppe gefüllt und wie zu Wei Na's Ehren mit rot-goldener Chinese New Year Dekoration geschmückt. Das letztemal stand ich vor diesem Hotel vor ein paar Wochen, um für die gemeinsame Weihnachts-Geschichte mit Melissa hier im Blog ein paar Fotos zu machen.

Unsere gegenseitigen Personenbeschreibungen reichten aus, um uns trotz des Gewühls, sofort zu erkennen! Spannend, wie sich ein Nickname und zahlreiche Blog-Einträge, die ich immer gerne gelesen hatte, plötzlich in einen Menschen verwandelten.

Wir fuhren ins "Romdeng", ein Restaurant mit kambodschanischer Küche, das ehemalige Strassenkinder ausbildet. Essen, nicht nur, um die Spezialitäten des Landes kennenzulernen, sondern auch gleich noch seine Probleme.

Wir sprachen über China und Kambodscha, über Beruf und Alltag. Und wir plauderten über gemeinsame Bekannte, die wir nur beim Nickname und aus ihren Blog-Geschichten kannten. So vermischten sich die reale und die virtuelle Welt an diesem Abend.

Leichtsinnigerweise hatte ich auf eine Besonderheit auf der Speisenkarte aufmerksam gemacht: fritierte Spinnen. Allen meinen Gästen hatte das bisher ein "iiiihhh" und ein Schütteln entlockt - nicht so Wei Na's Freund. Ohne eine Miene zu verziehen, bestellte er sie. Die Kellnerin wiederholte die Bestellung und warf ihm dabei einen zweifelnd bewundernden Blick zu. Gibt wohl nicht viele, die sie dann auch wirklich haben wollen.

Alle, die durch blosse Vorstellungskraft zu Ekelreaktionen neigen, sollten besser den nächsten Absatz überspringen!

Gereicht wurden die schwarzen Taranteln auf einem kleinen Teller mit einem Schälchen Sosse dazu. Staunend schauten wir zu, wie der unerschrockene Besteller ungerührt ein paar Beinchen und ein Stück vom Körper in die Sosse tauchte und dann verspeiste. Statt des insgeheim erwarteten Würgens, ein souveränes Lächeln auf dem Gesicht. Als dann auch noch Wei Na eines der langen, dünnen Beine probierte...da tat auch ich, was ich fünf Jahre lang tunlichst vermieden hatte...als Gastgeber darf man sich keine Blösse geben: nichts ist schlimmer in Asien als der Verlust des Gesichts!

Und für alle, die es jetzt schüttelt, zur Beruhigung: weder Zähne, noch Zunge, noch Gaumen würden irgendeine Notiz davon nehmen, wüssten sie nicht, was sie da gerade verkosten...es schmeckt eigentlich nach gar nichts mit Sosse und kaut sich wie Pappe!

Wir belohnten unsere Mutprobe anschliessend mit Cocktails in der Elephant Bar...plauderten weiter, bis wir irgendwann merkten, dass wir die letzten Gäste waren und die Kellner bereits anfingen, den Müll zu entsorgen.

Und weil es so schön war, trafen wir uns am nächsten Abend gleich nochmal. Diesmal ohne Spinnen. Und eines ist sicher: das nächste asiatische BloggerInnen Treffen findet in China statt! Elefin, da musst Du dann unbedingt auch dabei sein!

Wei Na, es war toll mit dir und deinem Freund, ich freu mich auf Shanghai!

Und für alle die Phnom Penh nicht kennen, hier noch ein paar Bilder:

Am Strassenrand noch mehr Köstlichkeiten, nicht nur Spinnen auch Heuschrecken, Kakerlaken, Maden, Frösche und Krabben...


...aber auch ganz alltägliche Dinge wie Textilien und Spielzeug...


...oder was immer in diesen Kartons sein mag...


...Spiritualität in Fleisch und Blut...


...oder in Stein...


...die koloniale Vergangenheit...


...oder die Gegenwart...


...an der Riverside des Tonle Sap



Montag, 01.02.2010, 18:16

Der Montagmorgen fängt im Büro immer locker an: wir frühstücken alle zusammen, sitzen, wie es auf gut Deutsch heisst, im Meeting Room, trinken Kaffee und essen Croissants, deren Herstellung in passabler Qualität die französische Kolonialzeit als Erbe hinterlassen hat.

“Wie war das Wochenende?” frage ich in die Runde.

Keat verzieht das Gesicht zu einem gequälten Lächeln. Auf meinen fragenden Blick kommt nur ein Wort: “Hochzeiten!” Ich schaue die anderen an, fast bei allen derselbe Ausdruck.

Ich weiss inzwischen, was sie meinen. Zur Zeit ist wieder Hochsaison für’s Heiraten. Es ist Trockenzeit und für tropische Verhältnisse noch relativ kühl, zumindest am Abend…obwohl ein Mitteleuropäer die 28 C vermutlich nicht unter kühl einordnen würde.

Als ich vor ein paar Jahren zum erstenmal auf eine Hochzeit eingeladen werde – die unserer Sekretärin – da fühle ich mich hoch geehrt. Auf meinem Schreibtisch liegt ein Umschlag mit meinem Namen in goldenen Lettern drauf und drinnen steckt eine prunkvolle Einladung, eine Seite in Khmer, die andere in Englisch, alles in Golddruck.

Ich frage einen einheimischen Freund, wie ich mich verhalten solle und ob es eine Geschenke-Liste gäbe, wie bei uns meistens üblich.
“Nein”, sagt er “Du steckst Geld in den Umschlag, in dem die Einladung drin war, und gibst ihn am Eingang ab.”
“Wieviel Geld?” frage ich.
Und dann folgt ein unvergessener Dialog.
“Sie ist Sekretärin bei euch im Büro?”
“Ja”.
“Bist Du ihr Boss?”
“Ja”.
Er zögert etwas. “Bist Du der Boss von allen?”
“Schon”, erwidere ich etwas verunsichert.
Er holt Luft und sagt dann: “Das ist teuer!”
”Wie teuer?”
Er kratzt sich am Kopf, nimmt einen Schluck Bier “Also 50 Dollar solltest Du auf jeden Fall reinstecken.”

Ich beschliesse 100 Dollar zu geben, schliesslich steht mein Name auf dem Couvert und ihre Verwandtschaft soll ja nicht denken, ihr Boss sei ein Knauser.

Ich mache es kurz. Wieviele Gäste, glauben Sie, werden auf der Hochzeit meiner Sekretärin erscheinen, die aus keiner reichen Familie stammt? Die zwar für hiesige Verhältnisse gut verdient, in Österreich aber ein Gehalt irgendwo unterhalb der Sozialhilfe hätte.

Also, wie viele? Falsch! Es werden 850 (achthundertfünfzig) Festgäste sein. Sie meinen, soviele Leute würden Sie selbst gar nicht kennen? Stimmt. Meine Sekretärin übrigens auch nicht.

Und damit zurück zum gequälten Lächeln meiner Kollegen an diesem Montagmorgen. Man feiert hier Hochzeiten nicht im Kreis seiner Freunde und Verwandten, sondern lädt jeden ein, mit dem man irgendwann schon mal etwas zu tun hatte, oder mit dem der Vater, die Tante, der Bruder und ich weiss nicht wer, in irgendeinem Zusammenhang steht.

Die Einladung, einmal beim Empfänger angekommen, ist verpflichtend. Es gibt kein einfaches Ignorieren, will man die Sitten des Landes nicht grob verletzen. Auch nicht, wenn man die Person nur einmal irgendwo kurz getroffen hat und sich kaum an sie erinnern kann.

Aber es gibt immerhin zwei Möglichkeiten: man geht hin, gibt den Umschlag ab – wobei es einem passieren kann, dass er sofort geöffnet und der Name des Spenders sowie die Summe laut in die Runde gerufen wird. Transparenz in einem Land, in dem sonst in finanziellen Angelegenheiten eher das Gegenteil üblich ist…in Sachen Korruption behauptet Kambodscha weltweit einen der Spitzenplätze.

Die andere Möglichkeit ist, sich wegen dringender anderer Verpflichtungen zu entschuldigen und den Umschlag zuzuschicken. Die volle Höhe, versteht sich, auch wenn man am Essen und der Festivität nicht teilnimmt.

Meinen Kollegen passiert es nicht selten, dass sie an einem Wochenende auf drei Hochzeiten eingeladen sind. Und da man auf mehreren bekanntlich nicht gleichzeitig tanzen kann, gehen sie auf eine und schicken auf die anderen die gefüllten Couverts. Die nächsten drei Monate bis zur rettenden Regenzeit sind ein Desaster für die Haushaltskasse jeden Kambodschaners.

"Warum macht ihr das eigentlich, wenn ihr euch alle dabei ruiniert?" frage ich.
Ein Schulterzucken zum gequälten Lächeln: "Ist halt einfach so üblich bei uns!"

Und wer jetzt denkt, man leiste ja wenigstens einen Beitrag, um einem jungen Paar bei der Gründung ihres Hausstandes zu helfen, der irrt sich leider.

Die Feierlichkeiten finden in riesigen Festsälen statt, die für solche Massen eingerichtet sind. Über die Gemütlichkeit bei Neonlicht und ohrenbetäubender Live Musik, die jede Unterhaltung an den runden 10 Personen Tischen unmöglich macht, kann man geteilter Meinung sein.

Das Geld, das eingenommen wird, reicht in der Regel gerade aus, um die Unkosten zu decken. Und das kann bereits die erste Belastungsprobe in die junge Ehe bringen: die eine Familie des Paares ist nämlich für die Einladungen zuständig, die andere für die Organisation des Festes. Und wenn die Kasse am Ende ein Minus aufweist, dann behauptet die eine Seite, zuwenig Gäste seien mobilisiert worden, während die andere die zu teure Organisation als Schuldursache sieht.

Und noch eines: das Essen hat mehrere Gänge, die auf eine Drehscheibe gestellt werden und mengenmässig genau auf die Zahl der Gäste am Tisch berechnet ist. In der Mitte steht dann das Objekt der (männlichen) Begierde: eine Flasche Whiskey eines bestimmten Labels. Der älteste am Tisch (nicht selten ich) muss nun den Ausschank übernehmen und alle (männlichen) Gläser (die Frauen trinken stilles Wasser) permanent nachfüllen. Sobald die Flasche leer ist, wird eine volle daneben gestellt.

Sie ahnen es vermutlich schon: es gilt als Prestige, eine möglichst grosse Flaschensammlung in der Tischmitte vorzeigen zu können. Und eigentlich ist es ja auch die einzige Art, wie man seinen Beitrag wieder “rein" kriegen kann.

In den Fällen, in denen ich der Älteste bin, delegiere ich den Ausschank höflich an den nächsten Einheimischen weiter. Mit der durch die Musik gebrüllten Begründung, ich sei noch zu wenig mit den Sitten des Landes vertraut…und mein Glas bleibt nach dem zweiten Schluck gefüllt für den Rest des Abends vor mir stehen.

Auf der Einladung stand 17 Uhr…aber da sitzen die meisten Frauen noch im Beauty Salon und lassen sich die Haare und das Make-up machen. Vor 18:30 Uhr kommen nur die, die keine Ahnung haben. So wie ich. Aber immerhin genug Zeit in Ruhe das Brautpaar zu fotografieren.


Zur Begrüssung der Gäste ist die Braut noch in Gold…


…und der Saal (sichtbar nur ein kleiner Teil davon) noch leer.

Aber irgendwann füllt er sich und nach dem Bier als Aperitif kommen nun endlich auch das Essen und der Whiskey…


Schliesslich tritt die Queen des Abends auf…


…mit ihren Brautjungfern…


…unverheiratet sind sie noch…aber ihre Träume kann man erahnen.

Siebenmal muss das Paar um die Hochzeitstorte wandern, erst dann ist die Ehe endgültig geschlossen. Ein Dankesgruss, als es geschafft ist…


…und die Reaktion der Festgäste darauf…


..."Luftschlangen" und "Konfetti" aus Sprühdosen...


...so sieht es dann anschliessend aus.

Danach beginnt der Tanz zur Musik der Live Band, die schmalzigen Khmer Pop dröhnend laut spielt...aber da bin ich schon weg.

Ach, und wenn Sie mal ein paar Freunde, die nicht eingeladen sind, mitbringen möchten: jederzeit gerne...Sie wissen ja...der Umschlag!


Sonntag, 03.01.2010, 02:35

Eigentlich fing es schon am Silvesterabend an. Wir wollten ins Kino und fuhren mit dem Taxi ins pompöse Golden Screen Cineplex, Teil eines noch pompöseren Einkaufszentrums am Stadtrand von Kuala Lumpur, um “Sherlock Holmes” zu sehen.

Ausverkauft.

Da half auch die nochmalige Nachfrage in akzentuiertem Englisch nichts. Sorry, no tickets.

Wir assen stattdessen beim Inder, schauten im Hotel einen Film im Fernsehen an und machten uns dann zeitig genug auf, um den Count Down auf der Wiese vor dem British Council und ein gigantisches Feuerwerk mit der Skyline der Stadt im Hintergrund zu erleben. Zuprosten mussten wir uns mit zwei Dosen Cola, weil wir vergessen hatten, dass wir in einem muslemischen Land waren und selbst Bier nur in streng lizensierten Geschäften verkauft wurde, die längst geschlossen hatten. Aber alles kein Problem, die Nacht war schön und die Kino-Panne konnte weder meiner Tochter noch mir die Laune verderben.

Nein, richtig los ging es erst am Neujahrsmorgen. Unser Hotel hatte sein Frühstücksbuffet im 14. Stock unter freiem Himmel mit einem eindrucksvollen Blick auf die Stadt. Wir hatten das an den Vortagen sehr genossen. Als wir diesmal kamen, gab es nur noch einen Tisch am Kaffeekessel. Mit ohne Blick. Dafür kriegte ich etliche Male einen Ellbogen der sich drängenden Coffein-Abhängigen in den Rücken. Das war das. Und als ich meine Cornflakes kostete, die ich mit der dafür bereitgestellten Milch übergossen hatte, stellte ich fest, dass die noch nie eine Kuh gesehen hatte, sondern dass es sich vielmehr um in warmem Wasser aufgelöstes Milchpulver handelte.

Das neue Jahr fing gut an! Aber es fing eben erst an.

Es war der Morgen des Neuen Jahres, an dem wir mit unserem Leihwagen weiter nach Penang, der gepriesenen Insel im Norden wollten. Das Gepäck war im Auto verstaut, aber als ich den Zündschlüssel wie gewohnt drehte, tat sich nichts. Und nichts. Und wieder nichts. Wegfahrsperre? Die Gebrauchsanleitung gab keinen Aufschluss. Ohne Strom auch das Radio, die Innenbeleuchtung, der Blinker, die Hupe...die Batterie also.

Ein hilfsbereiter Herr vor dem Hotel wollte einen Freund anrufen, der ein Starterkabel habe. Er wohne gleich um die Ecke und wir sollten ihm 200 Ringit, etwa 50 Euro geben. In einem Land wie Malaysia viel Geld. Er war per Handy allerdings nicht zu erreichen. Das vierte angehaltene Taxi hatte dann ein Jumper Cable. Na endlich. Als es angeschlossen war und ich erleichtert den Zündschlüssel drehte, gab es ein schnarrendes Geräusch, mehr aber nicht. Alle weiteren Versuche ergaben nichts anderes.

Wozu hatte mir der Autoverleiher eine Pannennummer gegeben. Ich rief an und erklärte unser Problem. Das sei gar keins, versicherte mir eine freundliche Dame am anderen Ende, in 20 Minuten sei der Mechaniker da. Ich gab unseren Standort durch und liess sicherheitshalber den Rezeptionisten des Hotels noch den Weg beschreiben.

Nach einer Stunde rief die Pannennummer im Hotel an und fragte, wo genau das Auto stehe und ja, der Mechaniker sei schon auf dem Weg. Eine weitere Stunde später traf er ein. Als er ein Starterkabel auspackte, erwartete ich ehrlich gesagt das Schlimmste und war darauf gefasst, dass er mir gleich erklären würde, mit der Batterie sei etwas nicht in Ordnung. Ein Irrtum. Er versuchte kurz zu starten, was ebenso ergebnislos verlief wie alle Versuche vorher, packte dann eine neue Batterie aus und 5 Minuten später schnurrte der Motor wieder als wäre dies die selbstverständlichste Sache der Welt. Und das sollte es ja eigentlich auch sein.

Die Fahrt nach Penang verlief ohne Zwischenfälle. Man hatte uns empfohlen, in Ipoh, einer kleinen Stadt auf dem Weg, einen Stop zu machen, es lohne sich. Was derjenige genau damit gemeint haben könnte, blieb uns beiden angesichts der drögen Strassenansiedlung zwar verborgen, aber jetzt wussten wir wenigstens, dass wir zukünftig ohne zu zögern dran vorbeifahren würden.

Verglichen mit dem, was noch kommen sollte, war Ipoh allerdings fast ein Idyll. Sollte ihnen jemals jemand empfehlen, auf Penang den wunderschönen Strandort Batu Ferringi zu besuchen…ein renommierter Marken-Reiseführer ist deshalb gerade auf meine schwarze Liste gesetzt worden.

Dass es am Neujahrstag am Meer belebt ist, wussten wir. Dass es schwierig werden kann mit Quartiersuche, wenn man vorher nichts gebucht hat, ebenfalls. Ich will den Rezeptionisten der Hotels, die nur noch Suiten oder Luxusapartments zu astronomischen Preisen zu vergeben hatten, deshalb auch keinen Vorwurf machen. Dass die so gepriesene Ferienidylle aber ein niedergetrampeltes, architektonisch hässliches und in seiner Struktur chaotisches Kaff mit einem verdreckten Sandstreifen als Beach ist, das hätte der Schreiber eines viel gekauften Reiseführers ohne grosse Schwierigkeiten auch erkennen können!

Wir fuhren auf der Suche nach einer akzeptablen Bleibe wenigstens für diese eine, bereits angebrochene Nacht, noch solange am Meer entlang, bis die Strasse nicht mehr weiter ging und in die Berge abbog. Spätestens da war uns klar, dass wir in den Hauptort George Town zurückfahren und dort ein Hotel nehmen würden. So wie wir entschieden sich wohl mehrere. Für die gerade mal 20 km zurück brauchten wir im dichten Stau steckend zwei Stunden…nicht gefühlte, wirkliche.

Bleibt noch zu erwähnen, dass wir auf halber Strecke vom Stop and Go nicht nur entnervt, sondern auch hungrig waren und deshalb in einem Restaurant am Meer Halt machten. Das Essen war in dieser misslichen Situation geniessbar…und nur in dieser misslichen Situation. Ich käme zum selben Urteil, auch wenn der Tag von Anfang an positiver verlaufen wäre.

Gegen 22 Uhr trafen wir in George Town ein und fanden das Hotel Malaysia: zentral gelegen, nicht ganz leise, gebremster Komfort, in meinem Bad tropfte permanent Wasser, aber es strahlte Wärme aus, hatte Internet-Anschluss und einen sehr eigenen Charme.

Der erste Tag des Jahres 2010 neigte sich mit einem sinnierenden Blick aus dem Fenster auf die erleuchtete Stadt seinem Ende entgegen.

P. S. Inzwischen ist es tatsächlich besser geworden...


...so sieht die neue Bleibe auf der Insel Pangkor aus...


...und so der Strand...wie wir es uns vorgestellt hatten!

Und noch ein paar Bilder aus Malaysia, wo drei Kulturen aufeinander treffen...


...die muslimische...


...die indische...


...und die chinesische...


...und manchmal alle zugleich: das Haus steht im Chinesen-Viertel, das Restaurant ist indisch, die Passantin Muslima...und das Guiness Bier eine Reminiszenz an die britische Kolonialzeit.

Es gibt modernste Gebäude...


... wie die Petronas Twin Towers...

<
...von denen man fantastische Ausblicke hat...


...oder die Times Square Shopping Mall...


...wo im Obergeschoss ein Entertainment Complex mit Kinos, Achterbahn und Karussells ist...


...an manchen Gebäuden nagt allerdings auch der Zahn der Zeit.

Und auch nachts kann man etwas sehen und erleben...


...ob auf dem Night Market...


...oder beim Schlendern durch die Strassen...


...oder in einem der Pubs.